Die Denizli- Kräher

Juni 2011, Julian Marschall

Im folgenden Bericht möchte ich Ihnen von meinen persönlichen Erfahrungen mit den Denizli-Krähern erzählen. Sie erhalten einen Einblick in das Verhalten der Kräher, Erfahrungen in der Aufzucht und Haltung, sowie einen ersten Eindruck über die Besonderheiten dieser tollen Rasse. Für nähere Informationen zu Ursprung und Geschichte dieser Kräher werfen Sie bitte einen Blick in die Denili-Kategorie „Die Rasse“.

 

Die Brut:

Züchter mit langjähriger Erfahrung mit der Kunstbrut dieser Rasse werden Ihnen sagen es sei gar nicht so schwer Küken zu bekommen. Unerfahrene Brüter hingegen können an dieser Rasse leider manchmal verzweifeln. Ein vitaler Denizli-Hahn kann bei einer Herdengröße von 5 bis 7 Tieren im ersten Jahr durchaus eine Befruhtungsrate von 100% erreichen. Im Alter schwächt sich das allerdings etwas ab. Umso schwieriger ist es jedoch die Küken aus den Eiern zu bekommen. Oft bleiben viele voll entwickelte Tiere einfach in den Eiern stecken. Die Gründe dafür könnten die sehr harte Schale der Eier, oder die recht zähe ledrige Schicht im Ei sein.

Die Erfahrungen zeigen, dass man bei Denizli besser auf Naturbrut setzt. Allerdings empfiehlt es sich dafür eine andere Rasse zu nutzen. Zum einen ist es schwierig die Denizli zum Brüten zu bewegen, zum anderen sind die Hennen zu nervös und unruhig dafür. Jeder Versuch meiner Seite mit Denizli zu Brüten endete in zertretenen Eiern oder toten Küken.

Aufzucht:

In der Aufzucht sind die Denizli wohl mit unter eine von wenigen wirklich unkomplizierten Rassen. Denizli sind von Geburt an robuste Tiere, die in den seltensten Fällen krank werden. Bis vor einigen Jahren verzichtete ich gänzlich auf Impfen oder Medikamtente in den zehn Jahren meiner Anfänge mit dieser Rasse war nur ein einziges Mal eine Wurmkur nötig. Schnupfen war mir unbekannt und die Hauptausfälle waren bei Küken, dass sich manche zu eng zusammen gesetzt haben und die Schwächsten dabei untergingen. Grundlegend hat sich daran bis heute nichts geändert.Lediglich die Präsenz bei Schauen macht es nun notwendig gegen die üblichen Krankheiten zu impfen. In den Jahren mit dieser Rasse habe ich (leider) beobachten können, dass Denizli selbst in den widrigsten Verhältnissen gesund leben können. Allerdings bevorzugen alle Hühnerrassen saubere Ställe und grüne Ausläufe, und darum bitte ich alle Züchter zu sorgen.

 

Haltung:

Jungtiere kann man bis zu einem gewissen Alter zusammen lassen, sollte sie jedoch trennen sobald sich erste Anzeichen von Misshandlungen untereinander zeigen. Für eine bessere Entwicklung bevorzuge ich die Trennung von Hähnen und Hennen ab dem 3. Monat. Die Hennen kann man dann beruhigt zusammen laufen lassen, die Hähne muss man ab dem 5. Monat vermehrt beobachten. Es bildet sich eine Hirarchie, in der es nicht immer den schlechtesten Hahn als „Prügelknaben“ erwischt. Möchte man keine Hähne bei Rangkämpfen einbüßen, muss man sich nun darum kümmern, dass die Gruppe aufgeteilt oder kleiner wird. Rangkämpfe werden in seltenen Fällen bis zum Tod des Schwächeren geführt, dabei kämpft oft die ganze Gruppe gegen einen einzelnen. In vielen Fällen kommt es zu ernsthaften Verletzungen, vorallem in den Kopfpartien.

Ausgewachsen sind die Denizli vitale und unkomplizierte Hühner, die durch Agilität, Klugheit und Lebenskraft erstaunen und bezaubern. Lediglich die Denizli-Hähne neigen mit zunehmendem Alter zu ausgeprägtem Schutzgehabe und betrachten den Züchter als Störfaktor seiner Hennen. Diesem Trieb kann man allerdings gezielt entgegenwirken, indem man die Nachzucht regelmäßig in die Hände nimmt und die Hähne frühstmöglich trennt. Kennt der Hahn die Hand, die ihn füttert genau stuft er sie nicht als Gefahr ein.

Näheres über die Stammbildung und Zucht erfahren Sie in der Rubrik Wissenswertes unter dem Punkt Zuchtstamm.