Denizli-Kräher

Rassebeschreibung

Denizli-Kräher - Denizli horozlari - in Deutschland und Westeuropa

Den ersten Hinweis auf die Existenz türkischer Langkräher erhielten Wolfgang Vits, Marburg und Michael Marschall bei ihrer Taubenreise in Ostanatolien, die sie 1984 nach Trabzon und Eriman führte.

Nach vergeblichen Versuchen, über Türkeiurlauber Bruteier aus der Zuchtstation in Denizli zu erhalten, reiste Wolfgang Vits selbst in die Westtürkei und erhielt am 13. April 1987 30 Bruteier, aus denen 24 Küken schlüpften. Bei deren Aufzucht überraschte die Robustheit und schnelle Entwicklung im Vergleich mit der Kräherrasse des Bergischen Landes.

Die Rasse war einheitlich in Typ, Lauffarbe, Kammform und Gefieder, nicht aber in der Farbgebung. Sie variierten in Farbe und Zeichnung erheblich und entsprachen deshalb nicht den Vorstellungen mancher deutscher Züchter, für die in der Regel uniforme Farbe und Zeichnung Voraussetzung für die Anerkennung als "Rasse" sind.

Im Frühjahr 1988 nahmen Vits und Marschall erstmals mit 5 Denizli-Krähern am Kräherwettreit des SV der Züchter Bergischer Hühnerrassen in Solingen teil, trafen auf die Konkurrenz der Bergischen Kräher und erregten die ungeteilte Bewunderung der Besucher. Die Denizli dominierten mit ihren Krährufen das Wettkampfgeschehen und stellten die Rasse, die bis dato als einzige Kräherrasse bekannt war, weit in den Schatten.

Das Interesse an der neuen, leistungsfähigeren Kräherrasse war überraschend groß und widerlegte die Pessimisten, die behaupteten, dass in unserer heutigen Gesellschaft kein Platz mehr sei für langes und auffälliges Krähen. Deshalb beschlossen die engagierten Züchter, die Aufnahme der Denizli-Langkräher in den deutschen Rassegeflügel-Standard zu betreiben. Daran beteiligten sich auch Siebelt Siebels, Esens, Ostfriesland, ein langjähriger Züchter Bergischer Kräher. Er entschied sich für die Erzüchtung des shwarzen Farbschlags, weil zu befürchten war, dass der Bundeszuchtausschuss (BZA) des BDRG die Anerkennung einer Rasse versagen würde, die nicht auf einheitliche Farbe festgelegt werden kann.

Gegen viele Widerstände setzten sich die Denizli-Kräher mit Hilfe des damaligen BZA-Vorsitzenden Karl Kirchoff durch und wurden als zweite Langkräherrasse in den Farbschlägen schwarzgold, schwarzsilber und schwarz in den Dt. Rassegeflügel-Standard aufgenommen.

Seither dominieren die Denizli mit ihren erheblich längeren Krährufen, die bis zu 25 Sekunden andauern können, die in jedem Frühjahr stattfindenden Wettkrähen. Diese wurden seit 1989 in eigener Regie der "Arbeitsgemeinschaft der Züchter von Denizli-Krähern" durchgeführt.

An den Veranstaltungen des Sondervereins beteiligen sich mehrere Züchter und Mitbürger aus Anatolien, für die diese Rasse ein Stück Heimat darstellt. Von Deutschland ausgehend sind Nachzuchten in Frankreich, Brasilien, Japan, Österreich, England und Italien entstanden und bereichern dort die bunte Palette der Rassegeflügelzucht.

Seit 2006 nennt sich der SV "Sonderverein zur Erhaltung asiatischer Langkräherrasen". 60 Züchter und Förderer bewahren mit ihrer Zuchtarbeit die Denizli-Kräher und die japanischen Langkräherrassen der Koeyoshi, Tomaru und Totenko als erhaltenswertes Kulturgut der Haustierevolution.

Weitere Auskünfte erteilen die Zuchtfreunde: Vits, Yazici, J. C. Periquet, D. Lippe, Marschall